ArchLinux auf Raspberry Pi

Arch Linux auf dem Raspberry Pi 2

Das vorinstallierte Betriebßystem des RPi2, Raspbian mag für den ein oder anderen durchaus ausreichend sein. Wenn man mehr Kontrolle über das System sowie die installierten Komponenten haben möchte landet man schnell bei Arch Linux. Je nach Installation ist Arch Linux zudem sehr ressourcensparend. Auch das KISS-Prinzip (“keep it simple, stupid”) weiß zu gefallen.

Die Installation von Arch Linux auf dem RPi2 kann innerhalb von einer Stunde vollzogen werden wenn man weiß wie. Es ist von Vorteil ein vorinstalliertes Linux auf dem PC zu haben und bereits mit dem Terminal vertraut zu sein. Die Installation und spätere Konfiguration läuft komplett über die Konsole ab.

Sollte eines der benötigten Programme nicht vorhanden sein, einfach per apt-get, pacman -S oder yum install, je nach verwendeter Distribution nachinstallieren. Den meisten hier verwendeten Befehlen muss ein sudo vorangstellt werden um die Aktion als root durchzuführen.

Nachdem man die SD-Karte in das Kartenlesegerät geschoben hat per dmesg herausfinden welches Device angeschlossen ist. Bei den meisten Systemen sdX wobei das X durch die Zuordnung geändert wird.
Fdisk zum Partitionieren starten (hierbei gehen alle Daten auf der SD-Karte verloren)

fdisk /dev/sdX

In fdisk nun folgendermaßen vorgehen:

 o eingeben (dies löscht alle Partitionen)
p eingeben (listet Partitionen auf, es sollten keine angezeigt werden)
n eingeben, gefolgt von p erstellen der Primärpartition, 1 für die erste Partition, ENTER zum Akzeptieren des Anfangsektor zum Schluß +100M für den letzten Sektor (100 Megabyte Partitionsgröße).
t Eingeben gefolgt von c um den Partitionstyp auf W95 FAT32 (LBA) zu setzen.
n Eingeben, p, 2, gefolgt von zweimal ENTER
w Eingeben, dies schreibt die Partitionstabelle auf die SD-Karte.

Anlegen des FAT Dateisystems:

 mkfs.vfat /dev/sdX1
mkdir boot
mount /dev/sdX1 boot

Anlegen des ext4 Dateisystem:

 mkfs.ext4 /dev/sdX2
mkdir root
mount /dev/sdX2 root

Herunterladen und Extrahieren des Arch Linux Image (direkt als root, sudo su):

 wget http://os.archlinuxarm.org/os/ArchLinuxARM-rpi-2-latest.tar.gz
bsdtar -xpf ArchLinuxARM-rpi-2-latest.tar.gz -C root
sync

Verschieben der Boot Dateien:

 mv root/boot/* boot
Auswerfen der Partitionen:
umount boot root

Die SD-Karte kann nun in den RPi eingesteckt werden. RPi per Netzwerkkabel anschließen und das Netzteil einstecken.
Nun per Terminal zum RPi verbinden. Die IP kann man in seinem Router Nachsehen der Hostname des RPi lautet ALARM.

 ssh alarm@ip

Das Passwort des Benutzers alarm ist alarm. Das Root passwort ist root.
Im weiteren wird das System konfiguriert. Die Grundinstallation ist abgeschloßen. Unter /etc/ liegen bei Arch Linux standardmäßig die Konfigurationsdateien. Es wird eine deutsche Standardinstallation vorgenommen.

Sudo hinzufügen

 pacman -S sudo
nano /etc/sudoers

Die folgende Zeile suchen und unkommentieren:

%wheel ALL=(ALL) ALL
Nun zu root wechseln:
sudo su

Einen Rechnernamen auswählen und festlegen, hier myhost (/etc/hostname)

 echo myhost > /etc/hostname

Die lokalen Spracheinstellungen festlegen (/etc/locale.conf):

 echo LANG=de_DE.UTF-8 > /etc/locale.conf
echo LC_COLLATE=C >> /etc/locale.conf
echo LANGUAGE=de_DE >> /etc/locale.conf

Die Tastaturbelegung und Schriftart der Konsole festlegen (/etc/vconsole.conf):

 echo KEYMAP=de-latin1 > /etc/vconsole.conf
echo FONT=lat9w-16 >> /etc/vconsole.conf

Die aktuelle Zeitzone festlegen (/etc/localtime):

 ln -s /usr/share/zoneinfo/Europe/Berlin /etc/localtime

Bei einer statische Adreßvergabe hier als DNS am besten den Router eintragen (/etc/resolv.conf):

 nano /etc/resolv.conf
nameserver DNS-Server
Strg+O (speichern)
Strg+X (beenden)

Konfiguration von /etc/locale.gen. In Nano kann per Strg+W gesucht werden, weitersuchen per Alt+W. Die folgenden Zeile Suchen und das # entfernen (unkommentieren):

de_DE.UTF-8 UTF-8 
de_DE ISO-8859-1
de_DE@euro ISO-8859-15
Strg+O, Strg+X

Nun die locale generieren:

 locale-gen

Die Datenbank der Paketverwaltung Pacman aktualisieren und neu laden:

 pacman -Sy

Root Password anpassen (Entweder ein schwieriges aber gut zu merkendes, oder irgendwo notieren), das alte Root Passwort ist root:

 passwd
Enter new UNIX paßword: gutmerken
Retype new UNIX paßword: gutmerken

Einen Benutzer hinzufügen, in diesem beispiel heißt der Benutzer “benutzer”:

 useradd -m -g users -s /bin/bash benutzer
passwd benutzer
Geben Sie ein neues UNIX-Paßwort ein:geheim
Geben Sie das neue UNIX-Paßwort erneut ein:geheim
passwd: Paßwort erfolgreich geändert

Den Benutzer zur Gruppe der Sudo Berechtigten hinzufügen:

 gpasswd -a benutzer wheel

Für weitere Rechte, wie Audio, Video, … den Benutzer zur jeweiligen Gruppe hinzufügen:

 gpasswd -a benutzer audio

Zum Abschluß noch weitere notwendige Dienste:

 pacman -S acpid ntp dbus avahi cups cronie

Um diese Dienste automatisch beim Booten zu starten folgendes eingeben:

 systemctl enable acpid
systemctl enable ntpd
systemctl enable avahi-daemon
systemctl enable org.cups.cupsd.service
systemctl enable cronie

Per cronie kann sogenannte Cronjobs definieren. Dies sind Zeitgesteuerte Befehle die automatisch ausgeführt werden. NTP (network time protocol) stellt eine automatische Zeitsynchronisation mit einem Server zur verfügung. Erstmaliger Aufruf erfolgt über:

 ntpd -gq

Die Uhrzeit sollte nach diesem Aufruf korrekt sein. Dies kann man per Eingabe von date überprüfen.

Nach dieser Grundinstallation und Konfiguration ist das System bereit und man kann sich den gewünschten Projekten wie z.B. owncloud hinzuwenden. Als gute Anlaufstelle empfiehlt sich der englischsprachige Wiki von Arch Linux. Mehr Projekte mit dem RPi 2 demnächst hier.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *